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Pour Demain: Jahresrückblick 2025–2026

  • 4. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit


In den vergangenen 18 Monaten hat Pour Demain einen Beitrag zur Ausgestaltung und Umsetzung des entstehenden europäischen Rahmens für die Governance von Künstlicher Intelligenz (KI) geleistet – durch politische Mitwirkung, technische Analysen und den Austausch mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.


Neben unserer Arbeit im Bereich KI haben wir unser Engagement für eine evidenzbasierte Biosicherheitspolitik fortgesetzt und wirksame internationale Entwicklungszusammenarbeit unterstützt.


Der folgende Rückblick gibt einen Überblick über unsere Arbeit in den Jahren 2025 und 2026.



KI-Governance


Eine neue Phase der europäischen KI-Regulierung

Die rasanten Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz eröffnen grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen, stellen Politik und Regulierung jedoch zugleich vor neue Herausforderungen. Eine wirksame Governance ist entscheidend, um Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig Risiken angemessen zu begrenzen.


Mit dem Inkrafttreten des EU AI Act und der Verabschiedung des Verhaltenskodex für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck ist Europa in eine neue Phase eingetreten: Im Mittelpunkt stehen nun die Umsetzung der neuen Vorschriften, der Aufbau leistungsfähiger Institutionen sowie die Frage, wie regulatorische Strukturen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können.


Diese Entwicklungen haben die Arbeit von Pour Demain in den vergangenen 18 Monaten wesentlich geprägt.


Mitwirkung am europäischen Rahmen für KI-Governance

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit lag auf der Unterstützung der Entwicklung und Umsetzung des europäischen Rahmens für KI-Governance. Dabei standen insbesondere der EU AI Act sowie der Verhaltenskodex für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck im Fokus.


Während der Ausarbeitung des Verhaltenskodex brachte Pour Demain technische Expertise und politische Empfehlungen ein, um zentrale sicherheitsrelevante Elemente zu stärken. Dazu gehörten Vorschläge für verpflichtende unabhängige Modellevaluierungen, eine strukturierte Meldung schwerwiegender Vorfälle sowie klarere Sicherheitsanforderungen vor der Einführung neuer Modelle.


Der verabschiedete Verhaltenskodex enthält wichtige Fortschritte – unter anderem bei externen Evaluierungen und der Meldung schwerwiegender Vorfälle. Gleichzeitig bestehen weiterhin Lücken, etwa beim Schutz von Hinweisgebenden (Whistleblowers) oder bei systematischeren Transparenzanforderungen vor der Einführung leistungsfähiger Modelle.


Umsetzung wirksam unterstützen

Ergänzend zu unserer Arbeit am Verhaltenskodex veröffentlichte Pour Demain mehrere Analysen und Empfehlungen zur wirksamen Umsetzung des AI Act sowie zur Stärkung der europäischen Institutionen im Bereich der KI-Governance.


Ebenfalls 2025 beteiligte sich Pour Demain am Projekt Safe Artificial Intelligence for Basel-Stadt. Ziel war es, Betreiber kritischer Infrastrukturen bei der sicheren Einführung von KI zu unterstützen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse in Standardisierungs- und Gesetzgebungsprozesse einfliessen zu lassen.


Im April 2026 setzte Pour Demain dieses Engagement gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft, Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft sowie Fachpersonen fort. In einem gemeinsamen Appell an die Europäische Kommission forderten sie eine angemessene Ausstattung des AI Office und den Abbau administrativer Hürden.


2026 veröffentlichte Pour Demain ausserdem einen technischen Vorschlag für unabhängige Sicherheitsevaluierungen leistungsfähiger KI-Systeme, der den Schutz geschäftskritischer Informationen berücksichtigt. Eine weitere Analyse zeigt auf, weshalb bei der Umsetzung des AI Act auch Risiken eines Kontrollverlusts berücksichtigt werden sollten, und unterbreitet konkrete Vorschläge zur Stärkung der Aufsicht.


Auch ausserhalb der Europäischen Union engagiert sich Pour Demain für eine vorausschauende KI-Politik. In der Schweiz arbeitet die Organisation mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie der Öffentlichkeit zusammen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen fortgeschrittener KI besser zu verstehen und Kompetenzen für den Umgang mit KI-gestützten Cyberrisiken aufzubauen. Darüber hinaus unterstützt Pour Demain die inhaltliche Gestaltung des Geneva AI Summit 2027.


Austausch und Dialog fördern

Der Austausch zwischen Politik, Wissenschaft, Regulierungsbehörden und Wirtschaft bildet einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit. Im Verlauf der Jahre 2025 und 2026 organisierte Pour Demain zahlreiche Veranstaltungen und Workshops.


Ein besonderer Höhepunkt war ein gemeinsamer Fachdialog mit SaferAI im März 2026 im Europäischen Parlament zum Thema Reliable, Safe & Secure AI. Vertreterinnen und Vertreter des Europäischen Parlaments, der EU-Institutionen, der Forschung, der Investitionsbranche und der Industrie diskutierten über die Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Entwicklung leistungsfähiger KI.


Aus dem Treffen ging eine gemeinsame Erklärung hervor, die von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, führenden Forschenden – darunter Yoshua Bengio – sowie Vertreterinnen und Vertretern der Industrie unterzeichnet wurde. Darin wird zu langfristigen europäischen Investitionen in zuverlässige, sichere und vertrauenswürdige KI aufgerufen.

Zu den weiteren Höhepunkten gehörten ein Vortrag auf der Konferenz der International Association for Safe and Ethical Artificial Intelligence (IASEAI) im Jahr 2025, ein hochrangiger Fachdialog in Brüssel zum europäischen Verhaltenskodex sowie eine Keynote zur Governance leistungsfähiger KI am AI4People Summit.


Darüber hinaus war Pour Demain unter anderem in Politico und Euractiv präsent.



Biosicherheit

Parallel zu seiner Arbeit im Bereich KI setzte sich Pour Demain bis Anfang 2026 weiterhin für eine evidenzbasierte Biosicherheitspolitik ein. Künftig wird die Organisation ihre Ressourcen vollständig auf den Bereich KI-Sicherheit konzentrieren.


Ein Schwerpunkt lag auf der Regulierung der synthetischen Biologie und der Nukleinsäuresynthese – einem der vielversprechendsten Ansatzpunkte, um biologische Risiken bereits heute wirksam zu reduzieren.


Im März 2026 beteiligte sich Pour Demain gemeinsam mit 14 Organisationen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an den Diskussionen zum geplanten EU Biotech Act. Die gemeinsame Stellungnahme enthält konkrete Empfehlungen für die Einführung eines europaweiten Screenings der Nukleinsäuresynthese sowie für die Weiterentwicklung des europäischen Biosicherheitsrahmens. Ergänzend veröffentlichte Pour Demain die Guidelines for Nucleic Acid Synthesis Screening in Europe.


Diese Arbeiten bauten auf früheren Beiträgen auf, darunter ein gemeinsam mit Partnerorganisationen wie RAND Europe und rani veröffentlichtes Policy Briefing sowie Stellungnahmen zu EU-Konsultationen über strategische Vorratshaltung und medizinische Gegenmassnahmen.


Darüber hinaus organisierte Pour Demain regelmässige Fachtreffen zur Biosicherheitspolitik, um den Austausch und die Zusammenarbeit führender Organisationen im Bereich der Biosicherheit zu stärken.



Internationale Entwicklungszusammenarbeit

Auch im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit setzt sich Pour Demain weiterhin für eine evidenzbasierte Politikgestaltung ein. Dies geschieht insbesondere im Rahmen der Zusammenarbeit mit Coopération Globale in der Schweiz und Kooperation Global e.V. in Deutschland.



Ausblick

Ob KI-Governance, Biosicherheit oder internationale Entwicklungszusammenarbeit – die Arbeit von Pour Demain verfolgt ein gemeinsames Ziel: wissenschaftliche Erkenntnisse und belastbare Evidenz in politische Entscheidungsprozesse und die öffentliche Debatte einzubringen.


Ob wir zur Weiterentwicklung des europäischen Rahmens für KI-Governance beitragen, die Biosicherheit stärken oder eine wirksamere Entwicklungszusammenarbeit fördern – unser Fokus liegt auf der Entwicklung evidenzbasierter Lösungen, die Institutionen stärken, politische Entscheidungsprozesse verbessern und dazu beitragen, dass politische Rahmenbedingungen mit dem rasanten technologischen Wandel und den globalen Herausforderungen Schritt halten.


 
 

Pour Demain

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